Volltreffer ins Ungewisse: Vorstand in Lissabon

erstellt am: 13.12.2016 | Kategorie: Berichte

Einen Termin zu finden war wieder mal ziemlich schwierig. Ende Oktober sollte es losgehen, also eher Handschuhe statt Badehose… Die Destination hielten die beiden Organisatoren Dave und Bruno bis zur Stunde der Abreise geheim. Geht es, eher urchig, ins nahe Entlebuch? Gibt es einen frostigen Ausflug in den Norden oder entfliehen wir dem nahenden Winter in den Süden…? Mit einer offenbar etwas zu konkreten Temperaturangabe (20 – 25°) engte Dave den Raum bereits etwas ein. Am Flughafen mussten die Tipps abgegeben werden (sollte es tatsächlich ins Entlebuch gehen, hätten es die Organisatoren nun doch etwas übertrieben mit der Geheimnistuerei…). Unglaubliche zwei der sechs Ratefüchse konnten das Reiseziel erraten: Lissabon! Neuland für alle. Auch Familienvätern, welche die Stadt schon vom Familienurlaub ein wenig kennen, wird ein VS-Ausflug bestimmt neue Perspektiven bieten…

Unser Domizil mitten im Zentrum von Lissabon, erreicht über ein furchteinflössend enges und dunkles Treppenhaus, entpuppte sich als schöne, grosszügige und top ausgestattete Stadtwohnung – sensationell! Ausser für den Kassier und dessen Vorgänger, die sich Bett und Decke teilen mussten («falls ich eine mit heimnehme, musst Du aufs Sofa…!»), gabs ausreichend Platz.

Nachdem wir die Koch- und Zapfkünste einiger umliegenden Kneipen ein wenig getestet hatten, gings gegen Abend an die Küste und von dort in die Alfama – die Lissaboner Altstadt mit ihren engen, verwinkelten Gässchen. Dank den sommerlichen Temperaturen konnte der Charme der Altstadt im T-Shirt in den unzähligen Gartenbeizen genossen werden. Die Würfel und der Spieltrieb begleiteten uns dabei übrigens treu. Dank Florians wilden Geheimtipp-Bestellungen ein ganz klein wenig angeschickert, gings danach zu Fuss über Berg und Tal ins Ausgangsviertel. Auf den mit Partyvolk vollgestopften Gassen war einiges los, obwohl wir nach unserem langen Tag kaum mithalten konnten. Daher ging es, nachdem uns der lustige Hippi-Bär kein passendes Sandwich verkaufen konnte, bald weiter zu den letzten nächtlichen Sehenswürdigkeiten.

Für den zweiten Tag war eine motorisierte Stadterkundung mit dreirädrigen, seltsamen kleinen Vehikeln angesagt. Die ganz klar grösste Herausforderung dieses Trips stellten der dichte Stadtverkehr und die Navigation dar. Es wird behauptet, dass lediglich dank der Entschlossenheit und dem unermesslichen Können der beiden Gruppenältesten der Vorstand je wieder aus dem Grossstadtdschungel entkommen ist. Die herrlichen Gebäude und anderen Sehenswürdigkeiten konnten wir allerdings meist nur flüchtig bestaunen: Da Parkplätze für unsere vier Gefährte schlicht unmöglich zu finden waren, verlief die Tour nonstop. Lediglich bei unserem Abstecher ins Hafenviertel gab es etwas Platz und Zeit für eine Verschnaufpause (hat der finster dreinblickende Kerl mit dem schwarzen Mercedes grade jemanden mit Betonschuhen schwimmen geschickt…?)

Nach der Tour gönnten wir uns ein ausgiebiges Feierabendbier. Das Abendprogramm nahmen wir nach ausgiebigen Diskussionsrunden in einer gemütlichen Mittelalter-Kneipe in Angriff – natürlich würfelnd… Als alle endlich die Schnauze voll hatten von dem Spiel, gings wieder ins Ausgangsviertel, wo – man könnte sich daran gewöhnen – das lustige Geschehen bei sommerlichen Temperaturen wieder auf der Strasse stattfand. Brunos grosszügige Runde weissen Portweins schlug dann aber doch den Grossteil der Vorständeler in die Flucht und ins Bett. Nur die beiden stärksten hielten noch aus und machten mehr oder weniger innige Bekanntschaften mit Studenten bzw. Studentinnen Lissabons. Aber noch bevor man diese mit ein wenig Flexen oder sonstigen Kunststückchen vollständig beeindrucken konnte, gings auch für die tapfere Nachhut heim ins gemeinsame Bettchen.

Der dritte und letzte Tag unserer Reise bot ausser der üblichen, etwas langwierigen Heimreise nichts Erwähnenswertes. Auch wenn die drei Tage ohne Skandal über die Bühne gingen (das kann am Teilnehmerfeld liegen, aber diese Spekulationen lassen wir sein): Die wunderschöne, spannende Stadt, ein Spielchen hie und da, die perfekte Organisation und ein lustiger Haufen KTVler machen auch diesen Vorstandsausflug einmal mehr zu einem Highlight des Jahres. Nochmals einen herzlichen Dank den beiden Organisatoren Bruno und Dave!!

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